Der Goldpreis bleibt aus Sicht der Sutor Bank trotz seines starken Einbruchs in den vergangenen Tagen auf Rekordkurs und bietet weiterhin Aufwärtspotenzial. Vor dem Hintergrund strukturell hoher Nachfrage, anhaltender geopolitischer Unsicherheiten und eines sich wandelnden makroökonomischen Umfelds bleibt die Sutor Bank bei ihrer Erwartung zur Entwicklung des Goldpreises. „Dabei sind aber durchaus weitere kurze Rücksetzer möglich, wenn die derzeit starke Nachfrage einzelner Notenbanken nachlässt“, sagt Mathias Beil, Leiter Private Banking bei der Sutor Bank.
Die jüngsten Daten des Branchenverbands World Gold Council (WGC) unterstreichen die außergewöhnliche Dynamik am Goldmarkt. „Für 2025 meldet der WGC erstmals eine globale Nachfrage von über 5.000 Tonnen physischem Gold“, so Beil. „Dies entspricht einem Gegenwert von rund 555 Milliarden US-Dollar und markiert einen historischen Höchststand.“ Treiber dieser Entwicklung waren vor allem geopolitische Risiken, ein schwächerer US-Dollar sowie ein nachlassendes Vertrauen vieler Investoren in US-Staatsanleihen.
„Gold profitiert derzeit von einer seltenen Kombination aus politischer Unsicherheit, struktureller Nachfrage und geldpolitischen Fragezeichen“, sagt Mathias Beil. „Diese Gemengelage hat den Goldpreis nicht nur gestützt, sondern auf das neue Bewertungsniveau gehoben.“ Nachdem US-Präsident Trump den früheren Notenbankdirektor Kevin Warsh als Kandidat für die Nachfolge von Fed-Chef Jerome Powell nominiert hatte, sanken die Preise für Edelmetalle zwar. „Doch dies wird nur eine kurze Gewinnmitnahme sein, denn die Risiken und Unsicherheiten bleiben“, so Beil. „Damit wird auch die Nachfrage nach Gold weiter steigen.“
Eine zentrale Rolle spielen dabei auch börsengehandelte Goldfonds (ETFs), die 2025 alleine 801 Tonnen Gold kauften. Neben Finanzinvestoren bleibt auch die physische Nachfrage ein wichtiger Faktor. Insbesondere die Schmuckindustrie in Indien und China sowie Käufe von Privatanlegern und institutionellen Investoren tragen maßgeblich zur Stabilität des Marktes bei. „Noch wichtiger sind die Notenbanken, die sich in den vergangenen Jahren zu großen strukturellen Käufern entwickelt haben“, sagt Beil. „Allein die polnische Notenbank erwarb 2025 rund 102 Tonnen Gold und plant weitere Zukäufe von bis zu 150 Tonnen.“
6.500 US-Dollar pro Feinunze Gold sind möglich
Notenbanken verfolgen mit ihren Goldkäufen strategische Ziele wie die Diversifizierung von Währungsreserven und die Reduzierung der Abhängigkeit vom US-Dollar. Diese Nachfrage wirkt langfristig preisstützend und verleiht dem Markt eine hohe Stabilität. Sollte die Nachfrage der Notenbanken künftig nachlassen, könnte dies kurzfristig zwar Druck auf den Goldpreis ausüben. „Mittelfristig und langfristig ist jedoch davon auszugehen, dass andere Käufergruppen – etwa aus Asien oder aus dem privaten Vermögensaufbau – bei den jetzt sehr attraktiveren Preisen einspringen“, erklärt Beil. „Zudem würde ein Rückgang der Notenbankkäufe vermutlich ein entspannteres geopolitisches Umfeld signalisieren, was wiederum andere Einflussfaktoren wie Inflation und Realzinsen in den Vordergrund rückt.“
Vor diesem Hintergrund bestätigt die Sutor Bank ihre bisherige Erwartung für die Entwicklung des Goldpreises. „Unser im Sommer 2025 formuliertes Ziel von 6.500 US-Dollar je Feinunze halten wir weiterhin für realistisch“, sagt Beil. Gold bleibt damit aus Sicht der Sutor Bank ein strategisch relevantes Asset in der Vermögensallokation – nicht als kurzfristige Spekulation, sondern als langfristiger Stabilitätsanker in einem zunehmend komplexen globalen Umfeld.





